Fusionen stärken kleine Gemeinden

Gemeinden sind das Fundament unserer Demokratie. Deshalb müssen sie so organisiert sein, dass sie ihre Aufgaben auch in Zukunft eigenständig erfüllen können, schreibt Esther Pfenninger, Gemeindepräsidentin von Wildberg.
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Monika Keller hatte in ihrem Kommentar im Zürcher Oberländer in einem Recht: Die Schweiz funktioniert von unten nach oben. In den Gemeinden wird Demokratie gelebt: Bevölkerung und Behörden tauschen sich direkt aus und suchen gemeinsam nach Lösungen.

Doch ein Bekenntnis zur Gemeinde ist nicht zwingend ein Bekenntnis zu jeder historisch gewachsenen Gemeindegrenze. Entscheidend ist vielmehr, ob eine Gemeinde ihre Aufgaben erfüllen, Handlungsspielräume nutzen und ihrer Bevölkerung gute Leistungen bieten kann.

Wir erleben das in Wildberg direkt. Als Gemeinde mit knapp 1’000 Menschen haben wir zunehmend Mühe, allen Anforderungen gerecht zu werden – sowohl den Erwartungen unserer Bevölkerung als auch den Vorgaben des Kantons. Die Aufgaben werden komplexer, die rechtlichen Anforderungen steigen, und für viele Bereiche braucht es spezialisiertes Fachwissen. Gleichzeitig wird es schwieriger, Menschen für ein Engagement in den Behörden zu finden.

Deshalb strebt Wildberg eine Fusion mit Pfäffikon an. Nicht, weil uns die Gemeinde als politische Institution weniger wichtig wäre. Im Gegenteil. Wir wollen die kommunale Ebene stärken, damit sie auch künftig handlungsfähig bleibt. Ein Zusammenschluss kann Kräfte bündeln, Fachwissen sichern und die Behördenarbeit auf mehr Schultern verteilen. Damit entsteht eine Gemeinde, die ihre Aufgaben besser aus eigener Kraft erfüllen und gegenüber Kanton und Bund selbstbewusster auftreten kann. Wir können uns weiterhin für Wildberg einsetzen, nach einer Fusion einfach als Pfäffikerin oder Pfäffiker aus unserem Ortsteil heraus.

Natürlich ist jede Fusion mit Veränderungen verbunden. Nähe, Identität und Mitwirkung bleiben zentrale Themen. Sie hängen jedoch nicht allein von Gemeindegrenzen ab. Sie entstehen dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, und ihr Lebensumfeld mitgestalten.

Kleine Gemeinden sollten sich dort zusammenschliessen, wo es sachlich und gesellschaftlich sinnvoll ist. Denn manchmal ist der Zusammenschluss der beste Weg, die kommunale Selbstbestimmung zu bewahren. Eine Gemeindefusion ist kein Rückzug aus der lokalen Demokratie, sondern ein klares Bekenntnis zu ihrer Bedeutung: Wir wollen nicht weniger Gemeinde – wir wollen eine Gemeinde, die stark genug ist, auch in Zukunft Gemeinde zu sein.

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